Petit Trianon - Pressestimmen

Musikalische Kostbarkeiten belebt
Die Mitglieder des Ensembles
— Dorothea Seel (Traversflöte), Isolde Hayer (Violoncello), Florian Birsak (Fortepiano) - alle Preisträger bedeutender Wettbewerbe mit langjähriger Erfahrung in renommierten Klangkörpern oder mit namhaften Dirigenten wie Simon Rattle oder Trevor Pinock, beschlossen 2005 gemeinsam neue musikalische Wege zu gehen. Der besondere Reiz ihres Musizierens liegt dabei in den diversen Ausdrucks- facetten der jeweiligen historischen
Instrumente und der damit verbundenen klanglichen Synthese.
Dem Alter ihrer eigenen Instrumente entsprechend bewegte sich das Programm des Abends im spät- klassischen und frühromantischen Umfeld. Ihre spezielle Hommage galt dabei Ignaz Pleyel, dessen 250. Geburtstag das Trio mit zwei Sonaten aus seiner kompositorischen Glanzzeit gedachte.
Pleyel, im heutigen Konzertbetrieb eher selten zu hören, überraschte mit den Sonaten in C- und G-Dur Ben. 431 und 432 aufs Angenehmste. Schon im Eingangsallegro wehte ein ausgesprochen frischer Wind, den die luftig schillernde Flöte und das Fortepiano mit elastischem Zugriff und präzisem Feinschliff immer wieder neu anfachten. Mit atmosphärischer Leichtigkeit und lockerem Charme wirbelten auch die restlichen Ecksätze vorüber, klangliche Ausgewogenheit und solistische Akzente hielten sich flexibel die Waage. Vor allem aber faszinierte das Adagio der G-DurSonate mit ihrer wechselseitig von Flöte und Piano expressiv und sinnlich ausgespielten Cantabilität.
Klangliche Delikatesse par excellance!
Zwei Duos von Johann N. Hummel und Joseph Wölfl gaben den einzelnen Musikern, besonders Flöte und Cello, Gelegenheit zu zusätzlichem solistischen Profil. Quellfrisch sprudelten in Hummels Sonate op.2/2 sowohl die Läufe der Flöte als auch die Figur des agilen Pianos. Überraschend auch die Möglichkeiten, die der, weithin unbekannte Wölfl in seiner d-Moll-Sonate dem Cello eröffnet: Isolde Hayer lotete sowohl die nicht unbedeutenden technischen Anforderungen als auch die musikalische Sensibilität mit ihrem Barockcello souverän aus.
Joseph Haydn setzte mit seinem nur zweisätzigen Trio F- Dur wohl hinsichtlich auf Sparflamme, nicht aber was die Substanz betrifft: Hier konnten die drei Musiker noch einmal ihre ureigene Handschrift zum Ausdruck bringen: kein routinemäßiges Abspulen antiquierter Ware, sondern kreatives Ausleuchten und Beleben der unzähligen musikalischen Kostbarkeiten in originaler Spielkultur auf hohem Niveau.
Die leider nur, spärlich erschienenen Besucherschar dankte begeistert mit herrlichem, lang anhaltendem Beifall. Eine Zugabe konnte da nicht ausbleiben; mit richtigem Gespür wählten sie noch einmal das prickelnde Adagio der Pleyel Sonate. WALTER SEITZ-WEISSENBURG -
Weißenburger Tagblatt, 05.04.2007
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