Petit Trianon - Flöten

Ende des 17. Jh. hat sich die einklappige konische "flute traversiere" in zahllosen Modellen etabliert und fand Mitte des 18. Jh.  in der konischen Mehrklappenflöte eine Nachfolgerin.
Klanglich unterscheidet sich diese von der Barockflöte durch einen helleren und stärkeren Ton. Mit Hilfe der Klappen kann eine besser ausgewogene Chromatik bewerkstelligt werden.
Es gab jedoch ausgedehnte Auseinandersetzungen der damaligen Flötenbauer hinsichtlich des Verlustes der besonderen Raffinessen der barocken Gabelgriffe im Gegensatz zu den neu erworbenen tonlichen Möglichkeiten der Klappenflöte.

Im Petit Trianon verwendete Flöten:



J. Denner ca. 1720 a=415 Hz, Kopie von R. Tutz


www.tutz.at
Diese Flöte verfügt nach unserem Ermessen über jene Qualitäten, die von J. J. Quantz in seinem "Versuch einer Anweisung die Flöte traversière zu spielen" beschrieben werden: Einen "hellen, schneidenden, runden, männlichen doch angenehmen Ton".

C. Palanca ca. 1740 a= 415 Hz, Kopie von G. Kowalewski


www.kowalewsky-g.de
Carlo Palanca arbeitete von 1725-1770 in Mailand und Turin. Im Vergleich zu den Flötenmodellen J. Denners bietet diese Flöte den Vorteil eines etwas kräftigeren Tons.

A. Grenser ca. 1780/ 90 a= 430 Hz die 4- und um 1800 die 8-klappige klassische Flöte, Kopie von R. Tutz


www.tutz.at
Die vierklappige Flöte aus Grenadillholz eignet sich mit ihrem klaren, etwas gläsernen Klang hervorragend für klassische Kammer- und Orchestermusik, dagegen kommt das achtklappige Modell für späteres Repertoire zum Einsatz. Die größere Klappenzahl reduziert die Notwendigkeit von Gabelgriffen und bewirkt damit nicht nur eine spieltechnische Erleichterung, sondern ist auch ein Zugeständnis an das Bedürfnis der beginnenden Romantik nach einem brillanteren und ausgeglichenerem Klangbild.

Aug. Bleszner, Pest 1840 a=435-440 Hz,
Mehrklappenflöte mit h-Fuß



A. Gedlizka, Prag 1840 a=440-450 Hz,
Mehrklappenflöte mit h-Fuß



Dobner & Consort ca. 1800, Straßburg a=430 Hz

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